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8. Etappe: Von Kempten nach Wörrstadt 
Mittwoch,  den  08.09.2010  ca. 23 km

06.3o Uhr aufstehen.  
07.3o Uhr Frühstück.
09.oo Uhr Abmarsch

Heute Morgen regnet es immer noch und ich lasse mir wieder Zeit und warte ab, bis es etwas nachlässt. So mache ich mich erst gegen 09.oo Uhr auf den Weg.  -  Im Regen.

Wichtig ist schließlich, dass ich mich weiter weg bewege. So gehe ich vom Hotel, gleich nach links und durchquere das Dorf, gehe an der Kirche vorbei und dann zum Dorf hinaus, in die Weinberge. Ich verlasse nun das Rheintal, durch das ich einige Tage am Rhein entlang gelaufen bin. Ich kürze den Weg ab, in dem ich den geraden Weg, über die Weinberge gehe. Dabei komme am Kloster Jakobsberg vorbei. Teilweise sind die Wege hier vermatscht, bis ich die asphaltierte Straße erreiche, auf der ich nach Laurenziberg gelange.

Weit über das Tal hinaus, auf der anderen Seite, sehe ich nun die Walfahrtskirche, die ich schon aus dem Rheintal, in Rüdesheim, sehen konnte. Es wird nun bergig und schweißtreibend. Noch immer regnet es und ich gehe jetzt über einen Feldweg, hinunter nach Appenheim und weiter nach Nieder- und Ober-Hilbersheim. Hier bediene ich mich, an der üppig wachsenden Natur, frei nach dem Motto:

Ich sähe nicht, ich ernte wohl.
Denn unser himmlischer Vater ernährt nicht nur die Tiere,
sondern auch mich“.

So bediene ich mich einfach, an den Pflaumenbäumen, die hier in Plantagen angebaut sind. Es gibt hier eine Sorte Pflaumen, in die kann ich reinbeißen, ohne den Kern zu berühren. So dick sind sie. Auch die roten Weintrauben, die hier angebaut werden, sind sehr süß und ersetzen, mit ihrem Saft, den Schluck Wasser, aus der Wasserflasche. Ich nehme aber nie eine ganze Traube, sondern immer nur einzelne Beeren.

In Ober-Hilbersheim kann ich endlich, am Friedhof, unter einem großen Vordach, auf einer Bank, eine Pause einlegen. Ich habe nun noch ca. 10 km vor mir, bis Wörrstadt. Rechts und links der Landstraße, über die ich Richtung Wörrstadt gehe, stehen Apfelbäume. Es lohnt sich aber nicht, sich daran zu bedienen, denn die Äpfel, mit ihren leuchtend roten Bäckchen, sind durchweg alle bewohnt. Um nicht zu sagen total verwurmt.

Nach weiteren ca. 5 km, treffe ich auf eine Vollsperrung der Landstraße, durch die Feuerwehr. Es hat jetzt aufgehört zuregnen. Ich unterhalte mich kurz mit den Feuerwehrmännern und frage, wie lange der Unfall, der die Vollsperrung verursacht hat, vorbei ist. Sie sagen mir, dass sie schon ein paar Stunden hier stehen. Dann ist ja wahrscheinlich schon alles abgeräumt und ich kann daran vorbei gehen, sage ich.

Ich unterhalte mich noch etwas weiter, mit den Zweien und sie fragen mich natürlich über mein Vorhaben aus. Ich kann hier meine Geschichte, vom kranken Hirten, wieder anbringen. Danach gehe ich weiter. Nach etwa 3 km habe ich die Unfallstelle erreicht, die ich schon lange vorher einsehen konnte. Es scheint sich zu bewahrheiten, dass die Verletzten bereits abtransportiert sind, denn es ist kein Krankenwagen mehr vor Ort. Dafür aber Feuerwehr, jede Menge Polizei und die Staatsanwaltschaft. Alle die dort herum stehen, oder Vermessungen vornehmen, tun dies mit sehr ernsten Minen. Ich grüße und gehe weiter. Dabei komme ich an den verunfallten Autos vorbei, die scheinbar frontal aufeinander gefahren sind. An einem Auto steht die Tür auf. Eine tote Frau sitzt noch darin. Man hat ihr den Kopf zugedeckt und so sitzt sie noch auf dem Beifahrersitz. Dieser Anblick schockiert mich etwas und ich werde ihn noch tagelang nicht los. Etwas weiter, steht ein Leichenwagen, der diese bedauernswerte Frau abholt. Ich verlasse, so schnell als möglich, diesen grauenvollen Ort und gehe weiter, in Richtung Wörrstadt. Kurz vor Wörrstadt, wo die Straße abzweigt, stehen wieder zwei Feuerwehrleute und sperren die Straße. Ich spreche kurz mit ihnen und sage ihnen, dass es dort eine tote Frau gibt. Dann kommt auch schon der Leichenwagen und bringt die Frau weg.

Ich wandere weiter, bis ins Centrum, kaufe mir in einer Apotheke noch neues Verbandszeug, für meine Füße und versuche dann, im Cafe Gasthof Fritz, ein Zimmer zu bekommen. Es ist jetzt 16.oo Uhr. Doch der Gasthof macht erst um 17.oo Uhr auf. So setze ich mich, in einer Eisdiele, erst ins Gartenrestaurant, denn die Sonne scheint. Dann später aber, wechsele ich ins Lokal und bestelle mir ein schönes Eis.

Meine Pausen, am  Morgen und auch mittags, benutze ich natürlich, um nach Hause zu telefonieren. Helga gibt mir jeden Tag wichtige Hinweise. Sie studiert zu hause Reiseführer und Landkarten. Sie weiß so immer, wo ich mich gerade aufhalte und welchen Weg ich weiter gehen soll und wohin. Außerdem erzählt sie mir dann alles, was zu hause so passiert und bestellt mir, von vielen Menschen, aus unserer Umgebung, Grüße. Es ist schön zu hören, dass so viele Menschen Anteil nehmen, an meiner Wanderschaft.

Um 17.oo Uhr versuche ich dann, im Gasthof ein Zimmer zu bekommen. Leider vergeblich, leider alles belegt. So schickt man mich weiter, zur Stadt hinaus, ins Industriegebiet, wo ich dann im „Hotel Wasseruhr“,gegen 17.3o Uhr,ein Zimmer bekomme. Gegen 20.3o Uhr kann ich dann auch zu Abend essen. Im Großen Speisesaal, des Hotels, ist eine Pilgergruppe aus Paderborn zu Gast, die mit zwei Bussen hier Station machen und übernachten.

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So zog ich also heute Morgen, bei leichtem Regen, gegen 09.oo Uhr, in Kempten los, verlies das Rheintal, in dem ich über den Berg stieg, ins nächste Tal hinein. Das Wetter besserte sich zusehends, nach Mittag. Aber erst musste ich mich auf dem Feldweg, in Appenheim, in den Matsch setzen, auf dem ich ausgerutscht war. Es ging dann anschließend über die ersten größeren Berge, über Asphaltwege, Feldwege und durch Obstgärten, die ihren sozialen Dienst an mir leisteten. Ich musste leider, zum Ende hin, diese schlimmen Folgen des Unfalls sehen und erreichte, nach ca. 23 km mein Etappenziel, Wörrstadt.

 

09.Etappe-von Woerrstadt nach Gernsheim a/R am 09.09.2010 ca. 23 km

 

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