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21. Etappe: Von Tussenhausen nach Waal
Dienstag,  den  21.09.2010  ca. 22 km

06.3o Uhr aufstehen.  
07.3o Uhr Frühstück.
08.3o Uhr Abmarsch

Heute bin ich schon zeitig beim Frühstück, das mir im Wohnzimmer serviert wird.  Draußen scheint die Sonne und es verspricht, ein schöner Tag zu werden. Meine Wanderschuhe sind immer noch neu und hängen am Rucksack, denn ich laufe noch immer, auf meinen alten Sandalen herum. Sobald ich am Frühstückstisch sitze, erscheint Frau Riederle, mit dem Gästebuch, in das ich unbedingt hinein schreiben muss.  -  Ich merke gleich, sie hat heute viel Zeit und will „quatschen“, oder wie man in bayrischer Mundart sagt:  „ratschen“.
Herr Riederle gesellt sich dazu und so muss ich meine Geschichte erzählen und ich sehe bewundernde Augen vor mir, als ich dann vom Jakobsweg und von meiner Pilgerwanderung, nach ROM erzähle.

Gegen 08.3o Uhr, lassen sie mich dann langsam, meines Weges ziehen. Nun habe ich bereits mein Ziel vor Augen, wenn auch noch in weiter Ferne. Ich marschiere nun über eine Landstraße, in Richtung Türkheim.   -  Die Landschaft verändert sich hier, seit Tagen kaum. Es reihen sich langgestreckte Hügel an Hügel.   -   Es macht Spaß, hier hindurch zu gehen und die saftig, grünen Wiesen, des Allgäus zu sehen.   -  Dazu noch die Rinder und Schafe, auf den Wiesen zu sehen und das Geläut ihrer Glocken, die sie um den Hals tragen, zu hören. 

Vor der Marktgemeinde Türkheim, treffe ich auf einen Brunnen, mit Ruhebänken. Hier lege ich eine kurze Rast ein und ziehe meine Jacke aus. Auch verkürze ich die Hosenbeine. Es ist schon sehr warm geworden.  -  Bad Türkheim ist eine sehr schöne und saubere Stadt, mit schönen Häusern und einem großen Schloss, das ein Restaurant betreibt. Hier mache ich eine längere Pause.

In Bad Türkheim werde ich, auf der Straße, von einer Frau erkannt.  -  Sie sagt:  „Sie kenne ich aus der Zeitung!  -  Sind Sie nicht nach Rom gegangen?“  -   Ich frage Sie: „In welscher Zeitung haben Sie mich denn gesehen?“  -  Sie sagt: „In der Memminger Zeitung.“

Es ist schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass meine Geschichte schon in so vielen Zeitungen gedruckt wurde und meine Wanderung, nach ROM, so interessant ist, dass die Zeitungen und Illustrierten mich drucken und drucken wollen. Das aber meine Geschichte in der einzigen örtlichen Presse, die es im Stadtteil Düren-Hoven, meinem Heimatdorf, gibt, dem Pfarrbrief, bisher noch nicht mit der kleinsten Notiz erschienen ist. All die Menschen unterwegs, die mich ansprechen und  begeistert sind, wenn sie meine Geschichte hören. Sie alle begegnen mir, mit sichtbarem Vergnügen.   -   Zu Hause jedoch, sind die Menschen nicht in der Lage, mir unbefangen gegenüber zu treten.  -  Da wundere ich mich nicht, dass der Pfarrbrief, sich in Schweigen hüllt.

„Dummheit ist angeboren und lässt sich sehr schnell
für Missgunst und Neid automatisieren“.

Ich gehe dann weiter, am Schlossgarten vorbei, nach Irsingen und Wiedergeltingen, wo ich den Fluss Wertach auf einer schönen, neuen Brücke überquere. So wandere ich, von rechts kommend, auf Buchloe zu und biege vor der Stadt, nach Recht ab und umgehe diese so. Im Industriegebiet von Buchloe, komme ich an einem Kiosk vorbei. Hier mache ich Rast, lasse mir noch 4 Frikadellen einpacken, für abends und ziehe dann weiter.

Hier bewege ich mich nun im Ost-Allgäu. Ich überquere, über eine Brücke, die Autobahn und gelange nach Lindenberg. Von Lindenberg geht es weiter, nach Jengen. Auf einem Radweg kommt mir ein Gefährt entgegen, auf dem der Fahrer liegt und Rad fährt.  -  Er bleibt neben mir stehen und beginnt gleich zu sprechen.  -  Er ist geh- und sprachbehindert.   -  Es ist mühsam, ihm zu folgen, doch ich habe ja Zeit und unterhalte mich mit ihm, ausgiebig.

Von Jengen, einem Dorf, mit vielen Blumen, ist es nicht mehr allzu weit nach Waal, meinem heutigen Etappenziel.  -  Im Gasthof  „Deutsches Haus“  bekomme ich ein Zimmer. Es ist zwar ein altes Haus, das aber komplett renoviert wurde.  -  Ich bin in einem wunderschönen, bayrischen Dorf, mit einem klaren Dorfbach und viel Grün und Blumen. Es hat auch ein großes Schloss und 2 Kirchen. Ich sage meiner Wirtin, dass ich meine, dass dies ein schönes typisches   „bayrisches“   Dorf sei.   -   Da hatte ich aber was gesagt:   -  Sie ist Einheimische und ist schon fast tief beleidigt.   -   Sie klärt mich auf, dass dies ein   „schwäbisches“   Dorf sei.

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Heute war wieder ein schöner, sonniger Wandertag, der mich durch Wald und Wiesen, an Maisfeldern und an Sonnenblumenfeldern vorbei führte.  

Gegen 14.3o Uhr erreichte ich, nach 22 km das „schwäbische Dorf Waal“ und bezog für eine Nacht, ein Zimmer, im   Gasthof   „Deutsches Haus“.

 

22.Etappe-von Waal nach Hohenfurch am 22.09.2010 ca. 20 km

 

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